Nibelungenfieber
Ein Gespräch mit Stadtverordnetenvorsteherin Renate Pirsch
"Was glaubst du, wie viele Reißverschlüsse ein Kleidungsstück haben kann?"
Renate will mehr

Eines Abends kurz vor Mitternacht klingelte das Telefon bei Renate Pirsch.

»Hier spricht Carla Gunderson. Ist dort das Hotel Rheinblick? Ich suche meinen Mann Steve.«

Auf diesen Moment hatte Frau Pirsch gewartet.

»Hier ist er nicht, Carla. Aber vielleicht wäre er ja bei Ihnen, wenn Sie mal lernen würden, ihn sexuell zu befriedigen.«

»Wie bitte?«

»Wissen Sie überhaupt, was der ›gespaltene Bambus‹ ist? Oder das ›Neun-Stunden-Ritual‹? Besitzen Sie einen elektrischen Prostatastimulator? Ist Ihnen eigentlich klar, was das ist?«

Carla besaß einen solchen nicht, das weiß ich ziemlich genau, und sie war mehr als empört.

»Wer sind Sie? Woher kennen Sie meinen Mann?«

»Ein guter Prostatastimulator ist klein und handlich, hat eine hochglanzpolierte Oberfläche, und einen Motor ähnlich wie ein Rasierapparat«, erläuterte Frau Pirsch. »Er stimuliert den äußeren und inneren Schließmuskel …«

»Hören Sie mal!«

»Er erzeugt ein pulsierendes bis stoßendes Gefühl, je nach Frequenz. Bevor Sie ihn verwenden, vergessen Sie nicht, ihn großzügig mit Gleitmittel einzuschmieren …«

»Ich muss doch bitten!«

Frau Pirsch schaffte es gerade noch, den Satz, »Besonders der Burst-Modus ist reizvoll!« zu brüllen, bevor Carla mit den Worten, »Ich weiß nicht, wer Sie sind, aber Finger weg von der Prostata meines Mannes!« den Hörer auf die Gabel knallte.

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