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»Kannst du mir beibringen, wie John Wayne zu sein? «
Die Deutschen haben John Wayne nie verstanden.
Für
sie ist er eine Karikatur, für uns jedoch ist der Duke ein kosmisches
Symbol. Wie ein Zen-Mönch, der zum millionsten Mal den gleichen
sinnlosen Laut wiederholt und plötzlich das Universum begreift, steht
John Wayne dafür, dass ein Mann, der richtig gehen, stehen und reden
kann, auch dem Chaos des Universums trotzen wird.
All das versuchte ich Peter zu erklären. Er schloss messerscharf: »Ich
bin geliefert.«
»Zieh die verdammten Cowboystiefel aus«, sagte ich. »Wir fangen von
vorn an.«
Wir
probten Stehen: aufrecht und lässig zugleich, Füße fest auf dem Boden.
Der Kopf nur ganz leicht zur Seite geneigt, damit es immer wirkt, als
ob der Typ dich und alle Welt in Frage stellt. Wir probten Gehen:
langsam. Keiner hetzt den Duke. Wir probten Sprechen: klar und nicht zu
laut. Das Ohr des normalen Menschen wendet sich zum Duke, der Duke
kommt nicht zu dir. Jeder Satz mit klarer Aussage und kein Wort zu
viel. Zu viele Worte bedeuten, man weiß nicht, was man sagen will.
Ich brachte ihm die John-Wayne-Rede aus Alamo bei.
»Jetzt erzähle ich euch was, und ich will, dass ihr gut zuhört«, sagte
Peter.
»Ein Duke steht nicht so«, sagte ich. »Brust raus, Beine auseinander.
Noch mal.«
»Jetzt
erzähle ich euch was, und ich will, dass ihr gut zuhört. Vielleicht
glaubt ihr, ich rede über mich selbst, tue ich aber nicht. Ich rede
über euch. Ich rede über alle Menschen dieser Stadt. Als ich nach dem
Tod meines Vaters nach Loch zurückkehrte, suchte ich etwas. Ich wusste
nicht, was. Man könnte meinen, wenn man mein Leben zusammenfasst, habe
ich die Hälfte mit dem Arm im Arsch einer Kuh verbracht. Ich dachte,
auch das ist besser als das Leben in Loch. Aber das Leben war leer, ich
wusste es nur nicht. Jetzt ist das anders. Jetzt bewirke ich was. Das
ist es, was wir tun. Es geht nicht um den Applaus. Wir tun was für
unsere Stadt. Wenn ihr das wollt, dann macht ihr mit mir weiter. Der
Rest findet sich.«
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