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Stimmen zur LoveShow
Erics und Hatices Love Show
Erics und Hatices LoveShow
Westropolis:

Lokal, Global - "Liebe mal ganz fatal" 

Von Murat Dumus

Nachdem ich eine Lesung von Hatice Akyün besucht und ihre Bücher gelesen hatte, war ich begeistert von der Leichtigkeit, mit der sie ihren türkisch-deutschen Alltag beschreibt. Hier auf westropolis erfuhr ich auch von ihrer Comedy-Show, die sie gemeinsam mit dem Autor Eric T. Hansen geschrieben hat.


„Die türkisch- amerikanische Love-Show für Deutschland" Die Beschreibung klang vielversprechend.

Nur, dass die Show in Hannover, 230 Kilometer von meinem Wohnort entfernt stattfinden sollte. Würde es sich lohnen, hinzufahren? Ich war unentschlossen. Meine Entscheidung wurde mir glücklicherweise erleichtert. Ende Januar nahm ich an der Preisverleihung der Stadt Duisburg für „Toleranz und Zivilcourage" teil, wo Hatice Akyün ausgezeichnet wurde. Wenn die Show in Hannover nur halb so lustig werden würde wie ihre Bücher und ihr Auftritt bei der Preisverleihung, dann hätte sich die Fahrt schon gelohnt.

So machte ich mich auf den Weg nach Hannover. Schneetreiben, Feierabendverkehr, Baustellen und etliche Staus später, kam ich endlich, so wie es sich für einen Türken gehört, verspätet an. Am Eingang hörte ich schon heiteres Gelächter. Auf Zehenspitzen und mit einem komischen Gefühl, ich könnte die Show stören, öffnete ich die Tür und sah in einen überfüllten Saal. Menschen, die sich vor Lachen den Bauch hielten, einige kämpften mit den Tränen, es waren natürlich Lachtränen.

Erleichtert und erschöpft von der anstrengenden Fahrt, setzte ich mich hin und freute mich auf einen entspannten Abend. Aber von Entspannung konnte gar keine Rede sein: Im Scheinwerferlicht vorne auf der kleinen Bühne standen Hatice Akyün und Eric T. Hansen und bombardierten die Zuschauer mit Pointen. Was folgte war ein Wechselbad der Gefühle. Die Reaktionen des Publikums reichten von peinlich berührt bis zum enthemmten Gelächter.

Die Krönung der Show war definitiv, als Hatice Akyün dem Amerikaner Eric T. Hansen erklärte, mit welchen Tricks er eine Türkin verführen kann.

Auf sehr humoristische Art beschrieben die beiden Autoren die amerikanischen, türkischen und deutschen Eigenarten in Sachen Liebe und Verführung. Es war eine Mischung aus Klischees, Ironie und Satire. Die Bescheidenheit deutscher Männer wurden aufs Korn genommen, wie auch das Bewerbungsgespräch türkischer Männer, unterschiedliche Liebesrituale, Liebe, Fußball und Leidenschaft - nichts und niemand blieb verschont. Ich fand es etwas störend, dass die beiden in der einen Hand das Mikro und in der anderen Hand ihre Notizzettel hielten, so schienen sie mehr auf ihre Zettel konzentriert zu sein, als auf ihr Publikum. Manchmal machten sie eine schnelle Bewegung, nahmen aber das Mikro nicht mit, so dass man die Pointe nicht mitbekam. Kleiner Tipp: Nächstes Mal keine Handmikros sondern Headsets benutzen.

Der flüssige Redefluss und die deutliche Aussprache, machten das aber wieder gut. Im Laufe der Show wurden sie auch mutiger und waren nicht mehr so kontrolliert. So kamen sie viel öfter aus sich heraus. Wenn man aber bedenkt, dass die beiden normalerweise bei ihren Lesungen eine Stunde still sitzen, so haben sie auf einem ihnen unbekannten Terrain eine gute Leistung vollbracht.

Nach dem ersten Teil gab es eine kurze Pause. Ich mischte mich in die Menge und hörte den Leuten dabei zu, wie sie Passagen aus der Show zitierten und herzlich darüber lachten.

Die zweite Hälfte war auch kurzweilig, denn das Publikum wurde in das Programm eingebunden. Es gab eine "Quizshow", in der Frau gegen Mann ihre Kenntnisse in Sachen Sex beweisen konnten. Die Fragen waren eher lustig, als ernst und die Antworten manchmal sehr überraschend. Wo sonst werden die Liebesrituale von Nilpferden, anatomische Vergleiche zwischen Gorillas und Männern, typisch deutsches, türkisches und amerikanisches Balzverhalten so "verballhornt"?

Und gelernt hat man auch etwas: Zum Beispiel welche Frucht vor einem Date nicht fehlen sollte. Welche? Lassen Sie sich überraschen. Ich weiß es jetzt!

So eine harmonische und heitere Atmosphäre hätte ich nicht erwartet, zumal Themen wie kulturelle Unterschiede sonst eher "kontrovers" und „bierernst" abgehandelt werden.

Wer schauspielerische Hochleistung oder Lösungen für global-sozial-kulturelle Probleme erwartet, wird vielleicht nicht auf seine Kosten kommen; war auch sicherlich nicht das Hauptanliegen der Autoren. Sie haben es aber geschafft, sonst sehr ernste Themen leicht, mit Witz und Charme zu präsentieren.

Ein Sprichwort sagt: Man muss einem Menschen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.

Und das ist Hatice Akyün und Eric T. Hansen gelungen. Etwas mehr schauspielerisches Handwerk, weniger Nervosität und freie Hände - dann ist das Vergnügen ist perfekt!


(http://www.westropolis.de/leser/stories/49319/)

Wir beginnen gerade, die Show auch in andere Städte anzubeiten. Termine erfahren Sie hier

Mehr über Hatice erfahren Sie hier

Hatices neues Buch können Sie hier bestellen


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