Best of Hawaii
1. Der größte, erfolgreichste und interessanteste Schmelztiegel der Welt
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Schmelztiegel Hawaii

Multikultiverdruss? Integrationsschwierigkeiten? 
Leitkultur? Kopftuchstreit?

Da kann der Hawaiianer nur lachen.

Hier die Zahlen: 
rund 47% Asiaten;
(Japaner, Filipinos, Chinesen und Koreaner in dieser Reihenfolge);

33% Haoles (Weiße);
9% Hawaiianer bzw. Teil-Hawaiianer;
dazu
Samoaner, Tongaaner, 
Portugiesen und mehr.
Alles Amerikaner!

Das bedeutet vor allem eins: 
rassistische Witze. 

   Ein Haole kommt in eine Bar und bestellt ein Bier. Als das Bier kommt, hebt er es und spricht einen Toast aus: "T.G.I.F.!"
   Daneben sitzt ein Hawaiianer und schaut den Haole irritiert an. Nun bestellt auch er ein frisches Bier und spricht einen Gegentoast aus: "S.H.I.T.!"
   So leicht läßt sich der Haole nicht übertrumpfen. Er bestellt ein zweites Bier und wiederholt seinen Spruch noch lauter: "T.G.I.F.!"
   Darauf der Hawaiianer: "S.H.I.T.!" Als die beiden nun ein drittes Bier bestellen, mischt sich der Bartender ein: "Okay ihr beiden, was soll das? Erstens, was bedeutet T.G.I.F?"
   Da klärt ihn der Haole auf: "Thank God It's Friday - Gott sei Dank ist es Freitag."
   "Und du?" fragt der Bartender. "Warum sagst du dazu S.H.I.T.?"
   Da sagt der Hawaiianer: "Stupid Haole, it's Thursday - dummer Haole, es ist Donnerstag."

Noch einer:

Frage: Ein Samoaner steht mitten in Las Vegas vor einer Parkuhr und schmeißt eine Münze nach der anderen ein. Was macht er? 
Antwort: Er spielt. 
Frage: Die ganze Zeit steht ein Tonganer hinter ihm. Was macht der? 
Antwort: Er wartet, bis er dran kommt.

Sie wollen wissen, welche Deutsche für
die Geschichte
Hawaiis besonders wichtig waren? Ob es noch echte hawaiianische  Eingeborene gibt?

Diese Fragen haben zwar gar nichts mit deutscher Identität zu tun, trotzdem finden Sie die Antworten in meinem Buch:

Planet Germany

2. Aku J. Pupule
Aku KGMB hieß der Radiosender, den meine Mutter jeden Morgen hörte, und "Aku" – wie der hawaiianische Fisch – hieß der inzwischen tote doch unsterbliche Discjockey, der allen Trends trotzend Morgen für Morgen The Andrew Sisters, Glenn Miller, Duke Ellington, Ella Fitzgerald, Spike Jones und Allen Sherman auflegte. Er schimpfte dabei – auf die Politik, auf neue Moden, auf Musik, die nach den 40ern entstand, auf Anrufer, die mit ihm eigentlich einer Meinung waren. Er lobte seine Frau, die von ihm "Ol' Golden Throat" genannte Sängerin, über den grünen Klee, und es tat mir im Herzen weh, als er die Scheidung bekannt gab. Aku, Hal Lewis mit bürgerlichen Namen, starb 1983, hinterließ aber vor seinem Tod eine Serie von Aufnahmen, damit er auch posthum zu seinem Publikum sprechen konnte. Solange er lebte, ärgerte es mich, dass ich jeden Morgen so ein altmodisches Zeugs hören musste. Heute vermisse ich ihn.
3. Lanikai Beach
Lanikai ist der schönste Strand Hawaiis

Der Lanikai Strand war am schönsten nach einem heftigen Sturm. Früh morgens, lange bevor die Nachbarn aufstanden, ging ich raus zum Strand. Er war voller Seetang, und ich suchte nach Glaskugeln, die sich von Fischernetzen losgerissen hatten, und nach jungen Haien und Mantas, die dummerweise übers Riff geschwommen und von den Wellen an den Strand gespült worden waren, wo sie in der Nacht starben. Damals war der Strand breit und weiß. Heute ist er kaum noch vorhanden. Das Ende des Strands ist aber noch da - ein paar Hundert Meter in der Ferne ragt ein Felsen ins Wasser und schneidet den Strand ab. Ich weiß nicht warum, aber die Stelle, wo der Sand zum steilen Felsen wird, hat mich immer fasziniert. Die Häuser dort liegen näher am Wasser, die Palmen hängen dicht über den Sand, es ist schattiger, und irgendwann wird der Sand zu schwarzem Lavagestein, das unversehens in die Höhe ragt, und die Wellen peitschen unaufhörlich auf die Felsen. Heute noch träume ich von diesem Bild. Ich wandere dorthin, in die Schatten, wo die Wellen auf Lava brechen, und Fremde öffnen mir die Tür, und in ihren Häusern passieren seltsame Dinge.

4. Die Entschuldigung

Hawaii fiel Amerika ohne größere imperialistische Anstrengungen geradezu in den Schoß. Als die beliebte Königin Liliuokalani an die Macht kam, war bereits eine Verfassung in Kraft, die die Macht der Monarchie beschnitt. Dies wollte Liliuokalani rückgängig machen, was dummerweise gegen amerikanische und europäische Interessen verstoßen hätte. Eine Gruppe amerikanischer Geschäftsleute, Missionare und Militärs stürmte daher 1893 – ohne Wissen Washingtons – den Iolani-Palast und zwang Liliuokalani, abzudanken. (Sie schrieb ein Buch darüber: "Hawaii's Story"). Nun meldeten sie ihre Heldentat nach Washington und baten Präsident Grover Cleveland, Hawaii zu annektieren. Der jedoch seufzte nur und bot Queen Liliuokalani an, die Revolutionäre mit Gewalt zu entfernen, allerdings unter der Bedingung, sie gewähre ihnen Amnestie. Dies lehnte die stolze Königin rundheraus ab, im Gegenteil, sterben sollten die Revoluzzer! Darauf hielt sich Cleveland einfach raus. Die Russen warten immer bis zum Winter; wir Amerikaner warten bis zur nächsten Wahl. Das taten auch die Möchtegern-Annektierer, und siehe da, der nächste Präsident William McKinley unterstützte ihre Idee. Rund 80 Jahre später fiel Hawaii auf, dass an dieser Vorgehensweise doch etwas moralisch Unrechtes war, und man strebte die Unabhängigkeit an. Als das Bewusstsein für politische Korrektheit in den 80ern wuchs, wurde man in Washington darauf aufmerksam. Präsident Clinton erkannte zwar die Unabhängigkeit Hawaiis nicht an, entschuldigte sich jedoch 1993 durch einen Akt des Kongresses dafür und bezeichnete die Annektierung als unrecht. Das war das erste Mal, dass ein amerikanischer Präsident sich offiziell für ein Unrecht vergangener Zeiten – was ja in Deutschland geradezu gang und gäbe ist – entschuldigte. Das finde ich gut. Gott segne Queen Liliuokalani.

Die schöne und majestätische Queen Liluokalani
5. Die Gespenster

Falls Sie nachts auf der stillgelegten Old Pali Road wandern und an einen dunklen Tunnel kommen, gehen Sie nicht hinein. Es gibt keinen Tunnel auf der Old Pali Road. Wenn Sie über den neuen Pali Highway fahren und Ihr Auto bleibt stehen, bevor Sie durch den Tunnel zur anderen Inselseite gelangt sind, durchsuchen Sie das Auto nach Schweinefleisch und schmeißen Sie es aus dem Fenster. Falls Sie über die Autobahn H-3 fahren und ein Polizist Sie anhält und bittet, das tobende Kind auf dem Rücksitz anzuschnallen, obwohl es gar kein Kind im Auto gibt, betrachten Sie doch mal am nächsten Tag bei Sonnenlicht das hintere Fensterglas, ob Sie darauf nicht ein paar kleine Fingerabdrücke finden. Wenn Sie schlafen und mitten in der Nacht urplötzlich das Gefühl haben, ihr Hals wird zugeschnürt und ihr Brustkorb zerdrückt, obwohl Sie offenbar allein im Zimmer sind, schlafen Sie in diesem Raum nur noch mit eingeschaltetem Licht. Und sollten Sie  mal nachts im Bus den Strand entlang fahren und ein alter Mann steigt ein, ganz penibel im Frack, aber ohne Schuhe, wie die Toten im Sarg, sprechen Sie ihn nicht an and gehen Sie nicht an ihm vorbei...

Sie glauben jetzt nicht an Gespenster, aber kommen Sie erstmal nach Hawaii...
6. Die Strandstraße zwischen Kailua und Laie
Zur Rechten die Berge

Straße windet sich unaufhörlich durch die Nacht und rechts fliegen die Kokospalmen vorbei. Dazwischen erhaschen Sie nur flüchtige Eindrücke vom Strand, vom Wasser, von Mondlicht und ab und zu jemanden, der bei Lagerfeuer am Strand campiert. Links mehr dunkle Bäume, Straßenlampen und erhellte Häuser, Straßen, die hoch in die Berge führen. Ab und zu weitet sich der Blick und man erkennt die Vulkanberge, die wie eine Wand über den See ragen. Hawaii im Dunkeln ist immer eine fremde Welt, und allein hindurch zu fahren, ist eine Fahrt durch die eigene Seele. Außerhalb der Lichtkegel der Scheinwerfer verschmelzen die Formen der Bäume, der Berge, der Häuser gewaltig und undurchsichtig miteinander. Man spürt die Dunkelheit und die Weite des Ozeans und des Himmels. Und irgendwo da draußen in der fernen Dunkelheit gibt es etwas, was dich anschaut.

Zur Linken das Wasser
7. The Merrie Monarch Festival
King Kalakaua war der Maximilian II Hawaiis Die Merrie Monarch Fesitval findet Ostern auf dem Big Island statt

King Kalakaua war nicht unbedingt ein guter König, aber er war ein beliebter König. Vor allem war er ein Playboy par excellence, von daher auch als "lustiger Monarch" bekannt. Er war es, der im 19. Jahrhundert (ähnlich wie die Bayern mit ihrem Brauchtum) zahlreiche fast vergessene hawaiianische Traditionen wieder auferstehen ließ, einschließlich Slack Key Guitar und Hulatanz. Vor 40 Jahren wurde das Merrie Monarch-Hulafestival gegründet. Jede Ostern kommen vier Tage lang Hulaschulen aus ganz Polynesien und sogar Kalifornien, Texas und Japan angereist, um miteinander um die verschiedenen Titel, allen voran den Einzeltänzerinnen-Titel "Miss Aloha" zu konkurrieren. Die Konkurrenz ist hart und das Event so riesig, dass man es die Olympischen Spiele des Hula nennt. Wer richtigen Hula sehen will – nicht das, was man den Touristen serviert – muss Ostern auf Hawaiis Big Island fahren.

Die Merrie Monarch Fesitval findet Ostern auf dem Big Island statt
8. Slack Key Guitar
Dancing Cat Records ist auf Slack und Steel Guitar spezialisiert Gabby Pahinui istr der Vater der Slack Key Guitar

Echte hawaiianische Musik hat nichts mit Trommeln zu tun. Mit Jack Johnson hat sie auch nichts zu tun. Echt hawaiianisch ist nur die ruhige Musik der Slack Key- oder Steel-Gitarre. Steel Guitar wird auf einer normalen akustischen Gitarre mit einem Stück Metall am Gitarrenhals gespielt; Slack Key heißt, die Saiten werden gelockert, um einen sanften Klang zu erzeugen. Es waren mexikanische Vaqueros, die die Gitarre nach Hawaii brachten, und die Hawaiianer entwickelten daraus sogleich ihren eigenen Stil. Bis in die 1940er war Slack Key eher als Hintergrundmusik gedacht, dann kam Gabby Pahinui, der es zu einer eigenen, starken Musikrichtung erhob. Darauf exportierte man den Stil aufs Festland, wo er wieder die Country-Musik beeinflusste. Ja, der berühmte "Country-Twang" stammt aus Hawaii. Für europäische Ohren, die seit dem Mittelalter starke, dynamische Melodien erwarten, hört sich diese Musik manchmal lasch oder gar monoton an. Wer aber auf Hawaii aufgewachsen ist, erkennt darin den unaufhörlichen Rhythmus der Wellen auf dem Sand.

9. Der Lei
Der Lei hat mehr Spielarten als die Krawatte und ist schöner

Blumenkränze werden vom Rest der Welt gern als Kitsch abgetan, doch auf Hawaii sind sie aufrichtige Bekundungen von Zuneigung und werden als solche sehr ernst genommen. Leis werden mit einer Vielzahl von Blumen und auf verschiedenste Weise gebunden – manche Techniken werden als Kunst betrachtet – und meist zu wichtigen Anlässen wie Hochzeiten verschenkt oder wenn geliebte Menschen die Inseln besuchen beziehungsweise verlassen. Das Tragen von Leis folgt einem komplizierten Regelwerk. Zu öffentlichen oder freudigen Anlässen werden meist bunte, bauschige Leis verschenkt, zum Beispiel aus Plumerias, Nelken oder Orchideen. Wer dermaßen mit Leis überhäuft wird, dass er kaum noch über den Wall aus Blumen hinausblicken kann, ist entweder besonders beliebt oder Politiker. Leis für formelle Anlässe sind dezenter. Sie bestehen zum Beispiel aus Pikake-Blüten, Maile-Blättern und Kukui-Nüssen und werden ähnlich getragen wie Frack und Fliege.

Die schönsten Leis bekommt alljährlich King Kamehaha
10. Kalua Thanksgiving
Das hawaiianische Imu hat die Zeit überlebt, weil das Essen daraus so gut ist

Ein Luau ist ein traditioneller hawaiianischer Festschmaus – aus einem unterirdischer Ofen, dem Imu. Man gräbt ein riesiges Loch tief in die Erde und stapelt Holz hinein, bis es etwa einen Meter über die Erde ragt. Darauf legt man vulkanisches Gestein und lässt das ganze solange brennen, bis die nun weißglühenden Steine den Grund des Lochs bedecken. Darauf kommt eine dicke Schicht Bananenblätter und dann endlich das Schwein – ein ganzes Schwein –, das auch von innen mit glühenden Steinen gefüllt wird. Daneben legt man weitere Speisen – Hühner, Gemüse, Fisch. Dann deckt man das Ganze mit Plastik und Erde zu, damit kein Dampf entweicht, und geht zu McDonald's. Am nächsten Nachmittag gräbt man das Ganze aus. Was man darin findet, ist Kalua Pig: das rauchigste, würzigste, allerzarteste Schweinefleisch, das man je im Leben gegessen hat. Nur an Thanksgiving ist alles anders. Da heben Schulen und Kirchen einen Gemeinde-Imu aus, und alle kommen und legen ihre Thanksgiving-Truthähne rein. Die sind alle verschieden gefüllt, aber da sie gemeinsam garen, bekommen sie zusätzlich ein besonderes gemeinsames Aroma. 

Das hawaiianische Imu hat die Zeit überlebt, weil das Essen daraus so gut ist
11. Duke Kahanamoku
Duke Kahanamoku ist der coolste Hawaiianer aller Zeiten

Duke Paoa Kahinu Mokoe Hulikohola Kahanamoku war der coolste Held Hawaiis: Stark, schön, athletisch – und Erfinder des Sportsurfens. Schon in seiner Jugend brach Duke (nach dem Duke of Ediburgh, der damals zufällig auf Hawaii zu Besuch war) Schwimmrekorde und gewann später im Schwimmen dreimal olympisches Gold (1912 und 1920) sowie unzählige weitere Medaillen. Mit populären Schwimmshows bereiste er die Welt, wobei er die noch unbekannte hawaiianische Tradition des Surfens (meist mir hölzernem Brett) ins Programm mit aufnahm. Dadurch machte er Surfing weltbekannt und erhob es zum Sport. (Wir unterschieden übrigens zwischen "Surfing" und "Wind-Surfing". "Surfing" ist Surfing. "Wind-Surfing" ist europäischer Pipikram.) Duke ist auch der heimliche Vater von "Baywatch". In Kalifornien, wo er lange lebte, rettete er 1925 acht Männer vorm Ertrinken auf dem Surfbrett und etablierte es damit als unerlässliches Werkzeug der Strandwache. Ach ja – er war auch über 30 Jahre lang Sheriff von Honolulu.

16. Königin Kaahumanus letzte Worte

Kaahumanu war die höchst intelligente, heiß begehrte und einflussreiche Neben- bzw. Ehefrau (mal so, mal so) des mächtigen König Kamehamehas zu einer Zeit, als Frauen noch Bürger dritter Klasse waren. Als Kamehameha starb, teilte Kaahumanu als Mit-Regentin sogar die Macht mit dem nächsten König und führte weitreichende Änderungen ein – darunter den Bruch mit den alten Göttern. Heute betrachtet man die Einführung des Christentums in die vermeintliche Idylle der ursprünglichen Gesellschaft gern als Katastrophe. Für Kaahumanu jedoch war das Attraktive an der neuen Religion, dass sie und andere Frauen nicht mehr zum Tode verurteilt werden konnten, sollten sie je einen Kahuna bzw. Priester beleidigen oder gar einmal aus Versehen am gleichen Tisch mit einem Mann speisen. Kaahumanu lebte ein langes und abenteuerliches Leben und starb am 5. Juni 1832. Ihre letzten Worte waren:

"Eia no au, e Iesu, E, E nana oluolu mai."

"Siehe, hier bin ich, O Jesus, gewähre mir dein gütiges Lächeln."

Koenigin Kaahumanu
17. Niihau, die verbotene Insel

Das reicht aber. Wenn Sie auch
noch die Wahrheit über die verbotene Insel erfahren wollen, müssen Sie nun wirklich das Buch kaufen:

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