|
||||||
|
Home Die Bücher Live Blogs Die Filmchen 3Dinge Planet Berlin Journalist Über mich Best of Hawaii Best of Germany Astrid Ule Shop & Surf Freunde Gästebuch Kontakt English |
![]() Multikultiverdruss?
Integrationsschwierigkeiten? Da
kann der
Hawaiianer nur lachen. rund 47% Asiaten; (Japaner, Filipinos, Chinesen und Koreaner in dieser Reihenfolge); 33% Haoles (Weiße); 9% Hawaiianer bzw. Teil-Hawaiianer; dazu Samoaner, Tongaaner, Portugiesen und mehr. Alles Amerikaner! Das bedeutet vor allem eins: Ein
Haole kommt
in eine Bar und bestellt ein Bier. Als das Bier kommt, hebt er es und
spricht einen
Toast aus: "T.G.I.F.!" Noch einer: Frage: Ein
Samoaner steht mitten in Las Vegas vor
einer Parkuhr und schmeißt eine Münze nach der
anderen ein. Was macht er? |
Sie wollen
wissen, welche
Deutsche
für Diese Fragen haben zwar gar nichts mit deutscher Identität zu tun, trotzdem finden Sie die Antworten in meinem Buch: |
||||
| 2. Aku J. Pupule | ||||||
| 3. Lanikai Beach | ||||||
![]() |
Der Lanikai Strand war am schönsten nach einem heftigen Sturm. Früh morgens, lange bevor die Nachbarn aufstanden, ging ich raus zum Strand. Er war voller Seetang, und ich suchte nach Glaskugeln, die sich von Fischernetzen losgerissen hatten, und nach jungen Haien und Mantas, die dummerweise übers Riff geschwommen und von den Wellen an den Strand gespült worden waren, wo sie in der Nacht starben. Damals war der Strand breit und weiß. Heute ist er kaum noch vorhanden. Das Ende des Strands ist aber noch da - ein paar Hundert Meter in der Ferne ragt ein Felsen ins Wasser und schneidet den Strand ab. Ich weiß nicht warum, aber die Stelle, wo der Sand zum steilen Felsen wird, hat mich immer fasziniert. Die Häuser dort liegen näher am Wasser, die Palmen hängen dicht über den Sand, es ist schattiger, und irgendwann wird der Sand zu schwarzem Lavagestein, das unversehens in die Höhe ragt, und die Wellen peitschen unaufhörlich auf die Felsen. Heute noch träume ich von diesem Bild. Ich wandere dorthin, in die Schatten, wo die Wellen auf Lava brechen, und Fremde öffnen mir die Tür, und in ihren Häusern passieren seltsame Dinge. |
|||||
| 4. Die Entschuldigung | ||||||
|
Hawaii
fiel Amerika ohne größere imperialistische
Anstrengungen geradezu in den Schoß.
Als die beliebte Königin Liliuokalani an die Macht kam, war
bereits eine
Verfassung in Kraft, die die Macht der Monarchie beschnitt. Dies wollte
Liliuokalani rückgängig machen, was dummerweise gegen
amerikanische und
europäische Interessen verstoßen hätte.
Eine Gruppe amerikanischer
Geschäftsleute, Missionare und Militärs
stürmte daher 1893 – ohne Wissen
Washingtons – den Iolani-Palast und zwang Liliuokalani,
abzudanken. (Sie
schrieb ein Buch darüber: "Hawaii's Story"). Nun meldeten sie
ihre Heldentat nach Washington und baten Präsident Grover
Cleveland, Hawaii zu annektieren. Der jedoch seufzte nur und bot Queen
Liliuokalani an, die Revolutionäre mit Gewalt zu entfernen,
allerdings unter
der Bedingung, sie gewähre ihnen Amnestie. Dies lehnte die
stolze Königin
rundheraus ab, im Gegenteil, sterben sollten die Revoluzzer! Darauf
hielt sich
Cleveland einfach raus. Die Russen warten immer bis zum Winter; wir
Amerikaner
warten bis zur nächsten Wahl. Das taten auch die
Möchtegern-Annektierer, und
siehe da, der nächste Präsident William McKinley
unterstützte ihre Idee. Rund
80 Jahre später fiel Hawaii auf, dass an dieser Vorgehensweise
doch etwas
moralisch Unrechtes war, und man strebte die Unabhängigkeit
an. Als das
Bewusstsein für politische Korrektheit in den 80ern wuchs,
wurde man in
Washington darauf aufmerksam. Präsident Clinton erkannte zwar
die
Unabhängigkeit Hawaiis nicht an, entschuldigte sich jedoch
1993 durch einen Akt
des Kongresses dafür und bezeichnete die Annektierung als
unrecht. Das war das
erste Mal, dass ein amerikanischer Präsident sich offiziell
für ein Unrecht
vergangener Zeiten – was ja in Deutschland geradezu gang und
gäbe ist –
entschuldigte. Das finde ich gut. Gott segne Queen Liliuokalani. |
![]() |
|||||
| 5. Die Gespenster | ||||||
|
Falls Sie nachts auf der stillgelegten Old Pali Road wandern und an einen dunklen Tunnel kommen, gehen Sie nicht hinein. Es gibt keinen Tunnel auf der Old Pali Road. Wenn Sie über den neuen Pali Highway fahren und Ihr Auto bleibt stehen, bevor Sie durch den Tunnel zur anderen Inselseite gelangt sind, durchsuchen Sie das Auto nach Schweinefleisch und schmeißen Sie es aus dem Fenster. Falls Sie über die Autobahn H-3 fahren und ein Polizist Sie anhält und bittet, das tobende Kind auf dem Rücksitz anzuschnallen, obwohl es gar kein Kind im Auto gibt, betrachten Sie doch mal am nächsten Tag bei Sonnenlicht das hintere Fensterglas, ob Sie darauf nicht ein paar kleine Fingerabdrücke finden. Wenn Sie schlafen und mitten in der Nacht urplötzlich das Gefühl haben, ihr Hals wird zugeschnürt und ihr Brustkorb zerdrückt, obwohl Sie offenbar allein im Zimmer sind, schlafen Sie in diesem Raum nur noch mit eingeschaltetem Licht. Und sollten Sie mal nachts im Bus den Strand entlang fahren und ein alter Mann steigt ein, ganz penibel im Frack, aber ohne Schuhe, wie die Toten im Sarg, sprechen Sie ihn nicht an and gehen Sie nicht an ihm vorbei... |
![]() |
|||||
| 6. Die Strandstraße zwischen Kailua und Laie | ||||||
![]() |
Straße windet sich unaufhörlich durch die Nacht und rechts fliegen die Kokospalmen vorbei. Dazwischen erhaschen Sie nur flüchtige Eindrücke vom Strand, vom Wasser, von Mondlicht und ab und zu jemanden, der bei Lagerfeuer am Strand campiert. Links mehr dunkle Bäume, Straßenlampen und erhellte Häuser, Straßen, die hoch in die Berge führen. Ab und zu weitet sich der Blick und man erkennt die Vulkanberge, die wie eine Wand über den See ragen. Hawaii im Dunkeln ist immer eine fremde Welt, und allein hindurch zu fahren, ist eine Fahrt durch die eigene Seele. Außerhalb der Lichtkegel der Scheinwerfer verschmelzen die Formen der Bäume, der Berge, der Häuser gewaltig und undurchsichtig miteinander. Man spürt die Dunkelheit und die Weite des Ozeans und des Himmels. Und irgendwo da draußen in der fernen Dunkelheit gibt es etwas, was dich anschaut. |
![]() |
||||
| 7. The Merrie Monarch Festival | ||||||
![]() |
![]() |
King Kalakaua war nicht
unbedingt ein guter König, aber
er war ein beliebter König. Vor allem war er ein Playboy par
excellence, von
daher auch als "lustiger Monarch" bekannt. Er war es, der im 19.
Jahrhundert (ähnlich wie die Bayern mit ihrem
Brauchtum) zahlreiche fast
vergessene hawaiianische Traditionen wieder auferstehen ließ,
einschließlich
Slack Key Guitar und Hulatanz. Vor 40 Jahren wurde das Merrie
Monarch-Hulafestival gegründet. Jede Ostern kommen vier Tage
lang Hulaschulen
aus ganz Polynesien und sogar Kalifornien, Texas und Japan angereist,
um
miteinander um die verschiedenen Titel, allen voran den
Einzeltänzerinnen-Titel
"Miss Aloha" zu konkurrieren. Die Konkurrenz ist hart und das Event
so riesig, dass man es die Olympischen Spiele des Hula nennt. Wer
richtigen
Hula sehen will – nicht das, was man den Touristen serviert
– muss Ostern auf
Hawaiis Big Island fahren. |
![]() |
|||
| 8. Slack Key Guitar | ||||||
![]() |
![]() |
Echte
hawaiianische Musik hat nichts mit Trommeln zu tun. Mit Jack Johnson
hat sie
auch nichts zu tun. Echt hawaiianisch ist nur die ruhige Musik der
Slack Key-
oder Steel-Gitarre. Steel Guitar wird auf einer normalen akustischen
Gitarre
mit einem Stück Metall am Gitarrenhals gespielt; Slack Key
heißt, die Saiten
werden gelockert, um einen sanften Klang zu erzeugen. Es waren
mexikanische
Vaqueros, die die Gitarre nach Hawaii brachten, und die Hawaiianer
entwickelten
daraus sogleich ihren eigenen Stil. Bis in die 1940er war Slack Key
eher als
Hintergrundmusik gedacht, dann kam Gabby Pahinui, der es zu einer
eigenen,
starken Musikrichtung erhob. Darauf exportierte man den Stil aufs
Festland, wo
er wieder die Country-Musik beeinflusste. Ja, der berühmte
"Country-Twang" stammt aus Hawaii. Für europäische
Ohren, die seit
dem Mittelalter starke, dynamische Melodien erwarten, hört
sich diese Musik
manchmal lasch oder gar monoton an. Wer aber auf Hawaii aufgewachsen
ist,
erkennt darin den unaufhörlichen Rhythmus der Wellen auf dem
Sand. |
||||
| 9. Der Lei | ||||||
![]() |
Blumenkränze
werden vom Rest der Welt gern als Kitsch abgetan, doch auf Hawaii sind
sie
aufrichtige Bekundungen von Zuneigung und werden als solche sehr ernst
genommen. Leis werden mit einer
Vielzahl von Blumen und auf verschiedenste Weise gebunden –
manche Techniken
werden als Kunst betrachtet – und meist zu wichtigen
Anlässen wie Hochzeiten
verschenkt oder wenn geliebte Menschen die Inseln besuchen
beziehungsweise
verlassen. Das Tragen von Leis
folgt
einem komplizierten Regelwerk. Zu öffentlichen oder freudigen
Anlässen werden
meist bunte, bauschige Leis
verschenkt, zum Beispiel aus Plumerias, Nelken oder Orchideen. Wer
dermaßen mit Leis
überhäuft wird, dass er kaum
noch über den Wall aus Blumen hinausblicken kann, ist entweder
besonders
beliebt oder Politiker. Leis
für
formelle Anlässe sind dezenter. Sie bestehen zum Beispiel aus Pikake-Blüten, Maile-Blättern
und Kukui-Nüssen
und werden ähnlich getragen wie Frack und Fliege. |
![]() |
||||
| 10. Kalua Thanksgiving | ||||||
![]() |
Ein Luau
ist ein traditioneller
hawaiianischer Festschmaus – aus einem unterirdischer Ofen,
dem Imu. Man gräbt ein
riesiges Loch tief in
die Erde und stapelt Holz hinein, bis es etwa einen Meter über
die Erde ragt.
Darauf legt man vulkanisches Gestein und lässt das ganze
solange brennen, bis
die nun weißglühenden Steine den Grund des Lochs
bedecken. Darauf kommt eine
dicke Schicht Bananenblätter und dann endlich das Schwein
– ein ganzes Schwein
–, das auch von innen mit glühenden Steinen
gefüllt wird. Daneben legt man
weitere Speisen – Hühner, Gemüse, Fisch.
Dann deckt man das Ganze mit Plastik
und Erde zu, damit kein Dampf entweicht, und geht zu McDonald's. Am
nächsten
Nachmittag gräbt man das Ganze aus. Was man darin findet, ist Kalua Pig: das rauchigste,
würzigste,
allerzarteste Schweinefleisch, das man je im Leben gegessen hat. Nur an
Thanksgiving ist alles anders. Da heben Schulen und Kirchen einen
Gemeinde-Imu
aus, und alle kommen und legen ihre Thanksgiving-Truthähne
rein. Die sind
alle verschieden gefüllt, aber da sie gemeinsam garen,
bekommen sie zusätzlich
ein besonderes gemeinsames Aroma. |
![]() |
||||
| 11. Duke Kahanamoku | ||||||
![]() |
Duke
Paoa Kahinu Mokoe Hulikohola Kahanamoku war der coolste Held Hawaiis:
Stark,
schön, athletisch – und Erfinder des Sportsurfens.
Schon in seiner Jugend brach
Duke (nach dem Duke of Ediburgh, der damals zufällig auf
Hawaii zu Besuch war)
Schwimmrekorde und gewann später im Schwimmen dreimal
olympisches Gold (1912
und 1920) sowie unzählige weitere Medaillen. Mit
populären Schwimmshows
bereiste er die Welt, wobei er die noch unbekannte hawaiianische
Tradition des
Surfens (meist mir hölzernem Brett) ins Programm mit aufnahm.
Dadurch machte er
Surfing weltbekannt und erhob es zum Sport. (Wir unterschieden
übrigens
zwischen "Surfing" und "Wind-Surfing". "Surfing"
ist Surfing. "Wind-Surfing" ist europäischer Pipikram.) Duke
ist auch
der heimliche Vater von "Baywatch". In Kalifornien, wo er lange
lebte, rettete er 1925 acht Männer vorm Ertrinken auf dem
Surfbrett und
etablierte es damit als unerlässliches Werkzeug der
Strandwache. Ach ja – er
war auch über 30 Jahre lang Sheriff von Honolulu. |
|||||
| 16. Königin Kaahumanus letzte Worte | ||||||
|
Kaahumanu war die höchst intelligente, heiß begehrte und einflussreiche Neben- bzw. Ehefrau (mal so, mal so) des mächtigen König Kamehamehas zu einer Zeit, als Frauen noch Bürger dritter Klasse waren. Als Kamehameha starb, teilte Kaahumanu als Mit-Regentin sogar die Macht mit dem nächsten König und führte weitreichende Änderungen ein – darunter den Bruch mit den alten Göttern. Heute betrachtet man die Einführung des Christentums in die vermeintliche Idylle der ursprünglichen Gesellschaft gern als Katastrophe. Für Kaahumanu jedoch war das Attraktive an der neuen Religion, dass sie und andere Frauen nicht mehr zum Tode verurteilt werden konnten, sollten sie je einen Kahuna bzw. Priester beleidigen oder gar einmal aus Versehen am gleichen Tisch mit einem Mann speisen. Kaahumanu lebte ein langes und abenteuerliches Leben und starb am 5. Juni 1832. Ihre letzten Worte waren: "Eia no au, e Iesu, E, E nana oluolu mai." |
![]() |
|||||
| 17. Niihau, die verbotene Insel | ||||||
|
|
Das reicht aber. Wenn Sie auch noch die Wahrheit über die verbotene Insel erfahren wollen, müssen Sie nun wirklich das Buch kaufen: |
|||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||
| Home ¦ Bücher ¦ Blogs ¦ Live ¦ 3Dinge ¦ Über mich ¦ Journalist ¦ Gästebuch ¦ Shop & Surf ¦ Kontakt ¦ English | ||||||