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Eric T. Hansen
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Der Harz
   Die dunklen, eisernen Berge. Die Märchenhäuser und Stolpergassen in Quedlinburg. 
Der Rhein

   Ein sommerliches Bierchen Samstagnachts in der Düsseldorfer Altstadt.

Friesland

   Eine Weite, die so beruhigend wirkt, dass es fast wieder bedrohlich ist. 

Element of Crime

   Ich weiß schon, richtig "in" sind sie nicht mehr. Trotzdem: Es gibt keine andere Band, die es geschafft hat, in unserer Zeit die ganz und gar unpoppigen Traditionen der nördlichen Seemannsromantik, des Akkordeons, der spanischen Trompete, des Chansons und der tiefen deutschen Melancholie zu lauter Popkunstwerken zu verweben. Ich habe mal versucht, "Ich will immer so gerne berauscht sein, und werde doch immer nur breit" ins Englische zu bringen. Geht nicht. Für manche Dinge muss man deutsch können.

Ringsgwandl
   Keiner kann Bob Dylan so schön singen wie Ringsgwandl. Aber keiner kann Ringsgwandl singen wie Ringsgwandl. Die schönste Intro zu einem Artikel, den ich je geschrieben habe, stand in The European über ihn: "Stellen sie sich vor, Sie wachen im Krankenhaus auf dem OP-Tisch auf. Neben Ihnen steht ein Mann, der mit dickem Lippenstift geschminkt und in eine Mülltüte gekleidet ist, und er sagt: "Darf ich mich vorstellen? Ich werde heute Ihre OP durchführen."
Flez Orange

  Das ist keine Humtata-Musik, das ist fetzige, einfallsreiche Musik aus deutscher, osteuropäischer und Klezmer-Volksmusiktradition, frisch und lebendig. Vergessen Sie Attwenger. Flez Orange ist für deutsche Volksmusik, was die Del McCoury Band für Bluegrass, Buckwheat Zydeco für Zydeco und die Klezmatics für Klezmer sind. Unglaublich, dass es sie schon so lange gibt und sie erst jetzt eine erste Aufnahme machen durften. Kauft die Platte und helft ihnen, aus der Humtata-Ecke zu kommen, wo sie auch nicht gerade willkommen sind.

Berlin

   Wie New York, aber hässlich. So hässlich, dass sie schon wieder schön ist. Und billiger. Und man muss nicht arbeiten gehen. Im Gegenteil, wer arbeiten geht, hat diese Stadt nicht verstanden. Man hat Projekte. Man ist ironisch. Man ist eng befreundet mit einem Kneippier. Ich habe New York in der Neujahrsnacht 1999/2000 erlebt und die Kneipen machten um drei zu. Ich war froh, wieder in Berlin zu sein.

Karl Valentin

   Wie, der war deutsch? Wenn Buster Keaton, die Marx Brothers und Borat in den Himmel kommen und Plätze um einen Thron herum zugewiesen bekommen, werden sie sich fragen: "Wer ist der lange Typ auf dem Thron? Und warum haben wir nie von ihm gehört?" Für ein Volk, das keinen Humor besitzt, produzieren die Deutschen eine Menge… na ja, sind das überhaupt "Komiker," oder sind das eher "Prankster", wie wir sie nennen? Leute, die ihr Leben der Verarschung ihrer Mitmenschen widmen. Valentin war ihr geheimer König. Er tat es offiziell auf der Bühne, aber es gibt genug von ihnen, die es in anderen Bereichen tun. Was war denn diese Sache mit der Fettecke von Joseph Beuys? Kunst oder ein Prank? Was ist mit dem Künstler namens Flatz? Jedes seiner Kunstwerke ein Prank. Macht nichts, dass diese Künstler nie lachen – Valentin lachte auch nie.

Feierabend

   Lange hat es gedauert, bis ich endlich verstand: Deutsche glauben nicht an Gott oder an eine bestimmte Politik. Nur im Feierabend sehen sie eine spirituelle Kraft.

Tile Kolup

   Im heutigen, politisch korrekten Deutschland halten die meisten Menschen die großen Hochstapler der Geschichte nicht unbedingt für Helden oder gar gute Vorbilder. Ich aber schon. Ein Hochstapler ist einer, der sich der Realität einfach nicht beugt. Ich bin in meinem Herzen ein ziemlich biederer Typ, der als erstes seine realen Chancen analysiert, bevor er etwas probiert. Der Hochstapler setzt der Realität gebackene Brötchen vor, und die Realität ändert sich nach dessen Wunsch. Auch die Deutschen halten sich selbst für obrigkeitsgläubig und bieder. In Wahrheit ist der Deutsche ganz anders: Er meckert grundsätzlich gegen den Staat (schon Bismarck notierte, „Es gehört zum deutschen Bedürfnis, beim Biere von der Regierung schlecht zu reden“), er wandert bei Nicht-Gefallen sofort aus (die Deutschen gehören zu den größten Einwanderergruppe Amerikas), entwirft ständig irgendwelche völlig abgehobenen Utopien und sucht diese im Ausland (im Englischen haben wir nicht mal ein Wort für „Aussteiger“). Und er schlüpft gern in andere Identitäten – ob beim Karneval oder als Hochstapler. Baron von Münchhausen (ja, es gab ihn wirklich), Friedrich Wilhelm Voigt und heute noch Gert Postel, der sich als gelernter Postbote sehr erfolgreich als Psychotherapeut ausgeben konnte. Wir Amerikaner haben eine Menge Showmen, aber so viele hochkarätige Hochstapler produzieren nur die Deutschen.
   Keiner von ihnen hat es mit so viel schierem Ehrgeiz betrieben wie Tile Kolup. Es war im unglaublich repressiven, autoritätsgläubigen Mittelalter, da kam er aus dem Nichts, dachte sich, ich habe keine Lust mehr, ein totales Nichts zu sein und gab  sich als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Friedrich II. aus. Der schon vor 34 Jahren gestorben war. Er regierte dann auch zwei Jahre lang als Kaiser, in Neuss und in Wetzlar. Er hielt Hof, empfing Bischöfe und Fürsten und stellte Urkunden aus. Kein Witz. Um an den Typen heranzukommen, musste der richtige König mit einer Armee anrücken und die beiden Städte zweimal belagern, bis der ambitionierte Tile endlich ausgeliefert wurde.
   Hut ab. Die Punks können gern rumgehen und um Euros betteln, A-für-Anarchie an die Wand malen und Chaos ausrufen, keiner von ihnen hat dem Mumm, den Charme und die Konsequenz eines Tile Kolup. Wir wissen nicht, wie seine letzten Stunden aussahen, aber ich hoffe, er hatte ein oder zwei schneidige Sprüche auf den Lippen – "Think  Big!" zum Beispiel, oder auch nur: "Hat jemand zufällig ein Glas Wasser?" – als er sich den Flammen des Scheiterhaufen ergab.

Das Mittelalter

   Es ist noch hier in Deutschland. Wenn Sie es nicht glauben, lesen Sie die Nibelungenreise. 

Die Vergangenheitsbewältigung

   Wie viel wollen Sie denn noch? Kaufen Sie schon endlich das Buch.


Sie wollen wissen,
was ich
wirklich über Deutschland
denke?


Da müssen Sie schon
das Buch lesen:


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