| Der
Harz |
| Die dunklen,
eisernen Berge. Die
Märchenhäuser und Stolpergassen in Quedlinburg. |
| Der
Rhein |
|
Ein sommerliches
Bierchen
Samstagnachts in der Düsseldorfer Altstadt.
|
| Friesland |
|
Eine Weite, die
so beruhigend
wirkt, dass es fast wieder bedrohlich ist.
|
| Element
of Crime |
|
Ich
weiß schon, richtig
"in" sind sie nicht mehr. Trotzdem: Es gibt keine andere Band, die es
geschafft hat, in unserer Zeit die ganz und gar unpoppigen Traditionen
der
nördlichen Seemannsromantik, des Akkordeons, der spanischen
Trompete, des
Chansons und der tiefen deutschen Melancholie zu lauter Popkunstwerken
zu
verweben. Ich habe mal versucht, "Ich will immer so gerne berauscht
sein,
und werde doch immer nur breit" ins Englische zu bringen. Geht nicht.
Für
manche Dinge muss man deutsch können.
|
| Ringsgwandl |
| Keiner kann Bob
Dylan so schön singen wie
Ringsgwandl. Aber keiner kann Ringsgwandl singen wie Ringsgwandl. Die
schönste
Intro zu einem Artikel, den ich je geschrieben habe, stand in The European über ihn: "Stellen
sie
sich vor, Sie wachen im Krankenhaus auf dem OP-Tisch auf. Neben Ihnen
steht ein
Mann, der mit dickem Lippenstift geschminkt und in eine
Mülltüte gekleidet ist,
und er sagt: "Darf ich mich vorstellen? Ich werde heute Ihre OP
durchführen." |
| Flez
Orange |
|
Das ist keine
Humtata-Musik, das
ist fetzige, einfallsreiche Musik aus deutscher,
osteuropäischer und
Klezmer-Volksmusiktradition, frisch und lebendig. Vergessen Sie
Attwenger. Flez Orange ist für deutsche
Volksmusik, was die Del McCoury Band für Bluegrass, Buckwheat
Zydeco für Zydeco und die Klezmatics für
Klezmer sind. Unglaublich, dass es sie schon so lange gibt und sie erst
jetzt
eine erste Aufnahme machen durften. Kauft die Platte und helft ihnen,
aus der
Humtata-Ecke zu kommen, wo sie auch nicht gerade willkommen sind.
|
|
Berlin |
|
Wie New York,
aber hässlich. So
hässlich, dass sie schon wieder schön ist. Und
billiger. Und man muss nicht
arbeiten gehen. Im Gegenteil, wer arbeiten geht, hat diese Stadt nicht
verstanden. Man hat Projekte. Man ist ironisch. Man ist eng befreundet
mit
einem Kneippier. Ich habe New York in der Neujahrsnacht 1999/2000
erlebt und
die Kneipen machten um drei zu. Ich war froh, wieder in Berlin zu sein.
|
| Karl Valentin |
|
Wie, der war
deutsch? Wenn Buster
Keaton, die Marx Brothers und Borat in den Himmel kommen und
Plätze um einen
Thron herum zugewiesen bekommen, werden sie sich fragen: "Wer ist der
lange Typ auf dem Thron? Und warum haben wir nie von ihm
gehört?" Für ein
Volk, das keinen Humor besitzt, produzieren die Deutschen eine
Menge… na ja,
sind das überhaupt "Komiker," oder sind das eher
"Prankster", wie wir sie nennen? Leute, die ihr Leben der Verarschung
ihrer Mitmenschen widmen. Valentin war ihr geheimer König. Er
tat es offiziell
auf der Bühne, aber es gibt genug von ihnen, die es in anderen
Bereichen tun. Was
war denn diese Sache mit der Fettecke von Joseph Beuys? Kunst oder ein
Prank?
Was ist mit dem Künstler namens Flatz? Jedes seiner Kunstwerke
ein Prank. Macht
nichts, dass diese Künstler nie lachen – Valentin
lachte auch nie.
|
| Feierabend |
|
Lange hat es
gedauert, bis ich
endlich verstand: Deutsche glauben nicht an Gott oder an eine bestimmte
Politik. Nur im Feierabend sehen sie eine spirituelle Kraft.
|
| Tile
Kolup |
|
Im heutigen,
politisch korrekten Deutschland halten die meisten Menschen
die großen Hochstapler der Geschichte nicht unbedingt
für Helden oder gar gute
Vorbilder. Ich aber schon. Ein Hochstapler ist einer, der sich der
Realität
einfach nicht beugt. Ich bin in meinem Herzen ein ziemlich biederer
Typ, der
als erstes seine realen Chancen analysiert, bevor er etwas probiert.
Der
Hochstapler setzt der Realität gebackene Brötchen
vor, und die Realität ändert
sich nach dessen Wunsch. Auch die Deutschen halten sich selbst
für
obrigkeitsgläubig und bieder. In Wahrheit ist der Deutsche
ganz anders: Er
meckert grundsätzlich gegen den Staat (schon Bismarck
notierte, „Es gehört zum
deutschen Bedürfnis, beim Biere von der Regierung schlecht zu
reden“), er
wandert bei Nicht-Gefallen sofort aus (die Deutschen gehören
zu den größten
Einwanderergruppe Amerikas), entwirft ständig irgendwelche
völlig abgehobenen
Utopien und sucht diese im Ausland (im Englischen haben wir nicht mal
ein Wort
für „Aussteiger“). Und er
schlüpft gern in andere Identitäten – ob
beim
Karneval oder als Hochstapler. Baron von Münchhausen (ja, es
gab ihn wirklich),
Friedrich Wilhelm Voigt und heute noch Gert Postel, der sich als
gelernter
Postbote sehr erfolgreich als Psychotherapeut ausgeben konnte. Wir
Amerikaner
haben eine Menge Showmen, aber so
viele
hochkarätige Hochstapler produzieren nur die Deutschen.
Keiner
von ihnen hat es mit so viel schierem Ehrgeiz betrieben wie Tile
Kolup. Es war im unglaublich repressiven,
autoritätsgläubigen Mittelalter, da
kam er aus dem Nichts, dachte sich, ich habe keine Lust mehr, ein
totales
Nichts zu sein und gab sich
als Kaiser
des Heiligen Römischen Reiches Friedrich II. aus. Der schon
vor 34 Jahren
gestorben war. Er regierte dann auch zwei Jahre lang als Kaiser, in
Neuss und
in Wetzlar. Er hielt Hof, empfing Bischöfe und
Fürsten und stellte Urkunden
aus. Kein Witz. Um an den Typen heranzukommen, musste der richtige
König mit
einer Armee anrücken und die beiden Städte zweimal
belagern, bis der
ambitionierte Tile endlich ausgeliefert wurde.
Hut
ab. Die Punks können gern rumgehen und um Euros betteln,
A-für-Anarchie an die Wand malen und Chaos ausrufen, keiner
von ihnen hat dem
Mumm, den Charme und die Konsequenz eines Tile Kolup. Wir wissen nicht,
wie
seine letzten Stunden aussahen, aber ich hoffe, er hatte ein oder zwei
schneidige Sprüche auf den Lippen – "Think Big!" zum
Beispiel, oder auch nur:
"Hat jemand zufällig ein Glas Wasser?" – als er sich
den Flammen des
Scheiterhaufen ergab.
|
| Das
Mittelalter |
|
Es ist noch hier in Deutschland. Wenn Sie es nicht glauben,
lesen Sie die
Nibelungenreise.
|
| Die
Vergangenheitsbewältigung |
|
Wie viel wollen Sie denn noch? Kaufen Sie schon endlich das
Buch.
|
|
Sie wollen wissen,
was
ich wirklich über
Deutschland
denke?
Da
müssen Sie schon
das Buch lesen:


|